Stadt Nürnberg

Nürnberg

Nürnberg ist nach München die zweitgrößte Stadt Bayerns. Gemeinsam mit den nebenanliegenden Städten Fürth, Schwabach und Erlangen bildet die Stadt Nürnberg eine von drei Metropolen Bayerns. Nürnberg ist am Fluss Pegnitz gelegen.

Die Anfänge von Nürnberg als Stadt

Die Geschichte Nürnbergs beginnt im 9. Jahrhundert. Erste Siedlungsspuren sind aus dem Jahr 850 n.Chr. datiert. Das genaue Gründungsdatum ist nicht überliefert. Es wird in der Zeit von 1000 bis 1040 von mehreren Siedlungszentren ausgegangen. Im Jahre 1050 wird von Kaiser Heinrich III. die Sigena-Urkunde erstellt und darin ist „nuorenberc“ als Erstes urkundlich erwähnt.

Nürnberg im Mittelalter

1219 wurde Nürnberg durch den Großen Freiheitsbrief von König Friedrich II. zur Freien Reichsstadt. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Einfluss des Burggrafen in der Stadt zunehmend geringer. Der Einfluss endete schließlich 1427 als der letzte Burggraf die zerstörte Burg dem Rat der Stadt übergab.

Die Zeit des Spätmittelalters und die Neuzeit in Nürnberg

Viele Kaiser und Könige wählten Nürnberg als Aufenthaltsort, Kaiser Karl IV. und auch König Sigismund verweilten gern in Nürnberg. Die Jahre von 1470 bis 1530 gelten allgemein als die Blütezeit der Stadt. Das ausgezeichnete Handwerk und die günstige Lage als Handelsplatz in der Mitte Europas bescherten Nürnberg großen Reichtum. Nürnberg zählte in dieser Zeit zusammen mit Köln und Prag zu den größten Städten des Heiligen Römischen Reiches.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt nicht erobert. Die Verwüstungen im Umland schwächten Nürnberg dauerhaft wirtschaftlich. 1649 nach dem Ende des Krieges besiegelten die Konfliktparteien den Frieden mit einem Friedensmahl, welches mehrere Tage anhielt. 

Nürnberg Heilig Geist Spital

19. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg

Am 15. September 1806 wurde Nürnberg in das Königreich Bayern eingegliedert. 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Nürnberg zu einem der industriellen Zentren in Bayern. 1835 fuhr die erste Eisenbahn für den Personenverkehr in Deutschland der „Adler“ von Nürnberg nach Fürth. Damit wurde Nürnberg zu einem Eisenbahndrehpunkt und kurz danach in den 1840er einen Hafen. Der Hafen wurde durch den Ludwig-Donau-Main-Kanal möglich. 

Als Zentrum der Spielwaren- und Modelleisenbahnindustrie etablierte sich Nürnberg zwischen 1870 und 1939. Unter anderem wurde die erste deutsche Fahrradfabrik in der Stadt Nürnberg gegründet. 

Nürnberg war in der Zeit des Nationalsozialismus als „Stadt der Reichsparteitage“ bekannt und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Orte nationalsozialistischer Propaganda. 

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Nürnberg sehr oft als Ziel der Alliierten ausgewählt. Nürnberg als Stadt wurde durch die Bombenanschläge sehr stark beschädigt und es wurden Überlegungen angedacht Nürnberg nach dem Krieg die aufzugeben und an anderer Stelle neu zu errichten. 

Nürnberg nach dem zweiten Weltkrieg bis heute

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges fanden die Nürnberger Prozesse gegen führende Kriegsverbrecher der nationalsozialistischen Diktatur statt. Im Jahr 1948 wurde die Entscheidung getroffen, Nürnberg wiederaufzubauen. Dabei wurden Kirchen und vor allem die Kaiserburg aufgebaut.  

In Nürnberg war das Wirtschaftswunder groß. Daran beteiligt waren neben Grundig und AEG, Siemens, Schöller-Eis, MAN und Zündapp. Seit 1950 findet die Nürnberger Spielwarenmesse statt. 1955 eröffnete der Flughafen. 1967 erfolgte der Baubeginn der U-Bahn. 

Seit 2006 wird in Nürnberg der Tag der Franken gefeiert. Jedes Jahr wächst Nürnberg um einen vierstelligen Betrag.

Nürnberg Henkersteg

Die Sehenswürdigkeiten in Nürnberg

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Nürnberg aus historischer Sicht sind die Kaiserburg, die Frauenkirche, der Schöne Brunnen, die Sebalduskirche, das Albrecht-Dürer-Haus und die St. Lorenzkirche. Aus neuzeitlicher Sicht zählt die Dokumentationsstätte Reichsparteitagsgelände zu den vielbesuchten Orten.

Die Kaiserburg von Nürnberg

Als Wahrzeichen der Stadt Nürnberg zählt die Kaiserburg. In den geschichtlichen Quellen taucht die Burg im Jahre 1105 auf. Bis 1571 bewohnten alle Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reiches zeitweilig die Burg. Später verlor die Burg an Bedeutung und mit der Romantik entstand ein historisches Interesse an der Burg. Im 19. Jahrhundert erfolgten die ersten Instandsetzungen.

Nürnberg Kaiserburg

Die Frauenkirche zu Nürnberg

Die Frauenkirche von Nürnberg ist heute eine römisch-katholische Stadtpfarrkirche und heißt „Unserer Lieben Frau“. Sie ist eine der bedeutendsten Kirchen Nürnbergs. Sie steht am Hauptmarkt, wo auch der bekannte Christkindelmarkt stattfindet. Kaiser Karl IV. von 1352 bis 1362 bauen lassen. 

Durch die Reformation wurde die Kirche 1525 lutherisch und bis 1810 protestantisch genutzt. 1810 kaufte eine katholische Gemeinde die Kirche zurück und erneuerten  sie bis 1816 grundlegend. 1946–1953 wurden Kriegszerstörungen behoben und in den 90er-Jahren wurde die Frauenkirche saniert.

Frauenkirche Nürnberg

Der „Schöne Brunnen“

Der „Schöne Brunnen“ von Nürnberg wurde 1385 bis 1396 von Heinrich Beheim gebaut. Der Brunnen befindet sich am Rande des Hauptmarkts gegenüber der Frauenkirche. Er ist 19 Meter hoch und besitzt einen Turm in Form einer gotischen Kirchturmspitze. Auf dem Brunnen wird durch vierzig farbig bemalte Figuren auf vier Stockwerken das Weltbild des Heiligen Römischen Reiches dargestellt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Schöne Brunnen mit einem Betonmantel versehen. Somit überstand er die zahlreichen Bombenanschläge und blieb unversehrt. 

Es gibt zwei Ringe in den Gittern des Brunnens: einer aus Eisen und einer Messing. Einer der Ringe gilt als Glücksbringer, wer daran dreht. Der Messingring, da er optisch hervorsticht, wird oft für den Glücksbringer gehalten. Viele Nürnberger aber denken, der „echte Ring“ und damit der Glücksbringer ist der Eisenring. 

Schöner Brunnen Nürnberg

Die Sebalduskirche

Die Sebalduskirche in Nürnberg ist die älteste Pfarrkirche Nürnbergs und dem Heiligen St. Sebald, dem Nürnberger Stadtpatron geweiht. Sie liegt auf dem Weg zur Nürnberger Burg nördlich etwas oberhalb des Hauptmarkts und gleich westlich vor dem Rathaus. 

Der Bau der Kirche wurde um 1225/1230 begonnen. Es wurden romanische der Vorgängerkirche in den neuen Bau übernommen. Mit der Zeit wurden aber vor allem gotische Elemente in das Gebäude integriert.  

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark zerstört. Die reichhaltige Ausstattung der Kirche wurde durch Zumauern und durch ein rechtzeitiges Auslagern gerettet. Nach dem Krieg wurde die Kirche wieder vollkommen aufgebaut. Am 22. September 1957 wurde die wieder aufgebaute Kirche eingeweiht.

Das Albrecht-Dürer-Haus

Das Albrecht-Dürer-Haus liegt in der Nürnberger Altstadt in der Nähe der Kaiserburg. Es wurde gegen 1420 gebaut. Albrecht Dürer wohnte und arbeitete in diesem Haus von 1509 bis zu seinem Tod im Jahre 1528. 

Mit Dürer wohnten dort seine Frau, seine Mutter und eine unbestimmten Zahl von Lehrlingen, Gesellen und Hausangestellten. Das Haus ist heute Museum und kann besichtigt werden.

Nürnberg Frauenkirche

Die St. Lorenzkirche

Die St. Lorenz-Kirche ist ein gotischer Kirchenbau der Stadt Nürnberg. Begonnen wurde 250 mit dem Bau und der spätgotische Hallenchor wurde 1477 beendet. Die Lorenzkirche war die Pfarrkirche des südlich der Pegnitz gelegenen mittelalterlichen Siedlungskerns der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg und bildet städtebaulich das Pendant zu der älteren Kirche St. Sebald im nördlichen Stadtteil. 

Während des Zweiten Weltkriegs wurde auch diese Kirche stark beschädigt und nach dem Krieg wieder aufgebaut. In der Reformation wurde die Lorenzkirche evangelisiert und ist neben der Sebalduskirche eine der beiden großen evangelischen Stadtkirchen Nürnbergs.

Reichsparteitagsgelände

Als Reichsparteitagsgelände wurde das Areal im Südosten Nürnbergs genannt, auf dem die Reichsparteitage der NSDAP von 1933 bis 1938 stattfanden. Das Gelände erstreckt sich auf eine Gesamtfläche von über 16,5 km². Fertiggestellt wurden nur einige der Kolossalbauten. Andere wurden nur teilweise fertig und sind noch heute zu sehen. 

Die bekanntesten Gebäude sind die Luitpoldarena, die große Straße, die Kongresshalle, das Märzfeld  und das Zeppelinfeld, welches als Tribüne für den Norissing genutzt wird.

Seit 2001 gibt es innerhalb des Kongressgebäudes Informationen vor Ort in einer Ausstellung.

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